Die Israel-AG des Jahres 2016 hat sich noch einmal zusammengefunden, um für die Schulgemeinschaft des Theresianum und Gästen eine Ausstellung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019 zu gestalten. Das Thema lautet: „Wie krank ist das denn? – ‚Volksgesundheit‘ in Mainz zwischen 1933 und 1945“. Gesund zu sein, ist ein Segen. Einen guten Arzt zu haben, der in der Not hilft, ebenfalls. Ein Gesundheitsamt zu haben, das sich fürsorglich um das Wohlergehen der Bürger im Allgemeinen kümmert, gehört zum Standard. Voll ausgebildete Fachärzte und auf dem neuesten Stand ausgestattete Krankenhäuser sind ebenfalls Teil medizinischer Versorgung. Vor 1933 war all dies in Mainz der Fall. Das NS-Regime zwischen 1933 und 1945 pervertierte jedoch das bestehende System: Jüdischen Ärzten wurde – nicht nur in Mainz – die Approbation entzogen. Vom Israelitischen Krankenhaus blieb nur das nackte Gebäude selbst übrig. Die medizinische Versorgung etlicher Mainzer war eingeschränkt: Jüdischen Mainzern war der Besuch bei „arischen“ Ärzten verwehrt; „arische“ Mainzer verloren ihre oft langjährigen jüdischen Haus-, Fach- und Klinikärzte. Das Gesundheitsamt arbeite streng nach den nationalsozialistischen Vorgaben. Im Namen der sogenannten „Volksgesundheit“ wurden aus dem Mainzer Städtischen Krankenhaus Patienten aus der Psychiatrie zur Tötung nach Hadamar überwiesen. Alle diese Gesichtspunkte sollen in der Ausstellung in den Blick genommen werden, um diese Beispiele von unchristlichem Handeln, Eidbruch und Menschenverachtung der Verdrängung und dem Vergessen zu entreißen. Wir laden Sie sehr herzlich zu dieser Ausstellung im PZ des Theresianum in der Zeit vom 23. bis 30. Januar 2019 ein. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 07.30 bis 16.30 Uhr zugänglich. Herzlichen Dank an Martina Badem und Elfriede Plückelmann-Rhode und den mitgestaltenden Schülerinnen und Schüler für ihr Engagement wider das Vergessen.

Go to top