Orientierungs­stufe

Beim Übergang von der Grundschule in das Gymnasium verändert sich für die Kinder sehr viel. Die Schule ist spürbar größer geworden, sie bekommen mehr Unterrichts­fächer, begegnen mehr Lehrerinnen und Lehrern, manchmal erleben sie zum ersten Mal die Ganz­tags­schule.

Unsere Jahr­gangs­teams gestalten diesen Übergang mit viel Engagement und pädagogischem Geschick. Es ist uns wichtig, dass die Kinder gerne ans Theresianum kommen und sich von Beginn an wohlfühlen. Gleichzeitig müssen in der Orientierungs­stufe wichtige Kompetenzen, Selb­ständigkeit und Eigen­verantwortung entwickelt werden, damit das Lernen am Gymnasium gelingt.
Um den Kindern in ihrer Verschiedenheit gerecht zu werden, bieten wir von Anfang an eine vielfältige Mischung von angeleiteten, individuellen und kollaborativen Lernsituationen an.

 

Die Schulwoche beginnt für die Jüngeren montags nicht mit Unterricht, sondern mit einem geistlichen Impuls im Stuhlkreis der Klasse. Der Morgenkreis holt die Kinder vom Wochenende in den Familien ab und stimmt sie auf die bevorstehende Schulwoche ein.

 

An den restlichen Wochentagen können die Schülerinnen und Schüler den Einstieg in die Lernzeit selbst bestimmen.

Ab 7.40 Uhr stehen die Lernräume offen, Lehrerinnen und Lehrer des Jahr­gangs­teams begrüßen die Kinder, die mit ihrer Studierzeit beginnen können. Wer noch toben oder spielen möchte, darf im Schulhof oder im Forum bleiben. Spätestens um 8 Uhr sind aber alle im Jahrgangscluster.

Der gleitende Einstieg entlastet auch die Eltern. Sie können ihre Kinder ohne Zeitdruck an die Schule bringen.

 

Kinder lernen in den verschiedenen Fächern unter­schiedlich schnell. In der Studierzeit können die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen in einem offenen Lernbereich einzeln oder in Partnerarbeit an vor­gefertigten Materialien in mehreren Fächern im eigenen Tempo und nach eigenen Interessen lernen.

Das Jahrgangsteam, die Tutorinnen und Tutoren und pädagogische Fachkräfte begleiten die Lernprozesse beratend.

Die  Studierzeit hat die Entwicklung von eigen­verant­wortlichem Lernen zum Ziel. Sie findet an allen Tagen in den ersten Stunden in Verbindung mit dem gleitenden Einstieg statt.

 

Lernen gelingt eher im vertrauten und respektvollen Umgang miteinander. Deshalb sitzen die Kinder inunseren Lernsettings oft in festen Tischgruppen zusammen, um sich beim gemeinsamen Lernen gut kennen zu lernen.

Der Zusammenhalt und die sozialen Kompetenzen werden in einem speziellen Tisch­gruppen­training eingeübt. Die Kinder sollen lernen, sich gegenseitig zu helfen und sich beim Lernen nicht abzulenken. Dazu nimmt sich Frau Jegler, unsere Tisch­gruppen­trainerin, für jede einzelne Tischgruppe viel Zeit.

 

Kinder mit besonders ausgeprägten Begabungen und Interessen in Musik oder Sport können sich am Theresianum in den ent­sprechenden Profilklassen anmelden. Die zusätzliche Förderung in diesen Klassen findet teilweise in der Neigungs­gruppen­zeit statt.

Die Musikklasse kooperiert als gesangs­betonte Klasse mit den Mainzer Domchören (Musica sacra am Hohen Dom zu Mainz).

Die sportbetonten Klasse wird durch Fachkräfte aus dem Schul­sport­verein ASC­Theresianum unter­stützt.

Eine weitere äußere Differen­zierung entsteht durch die Klassen mit alt­sprachlichem („a-Klassen“) und neu­sprachlichem Schwerpunkt („n-Klassen“).

Besondere Interessensschwerpunkte im musischen, sportlichen, künstlerischen oder technischen Bereich können auch im Rahmen der Neigungs­gruppen bedient werden.

 

In G8/GTS finden Übung und Vertiefung schwer­punkt­mäßig im Unterricht statt. Das sehen auch die von der Stofffülle entlasteten G8-Lehrpläne so vor.

In einer 90-minütigen Doppelstunde kann Neues erarbeitet werden und anschließend, nach einer zeitlich bedarfs­gerecht ein­gerichteten Pause, vertieft und geübt werden. Dazu wurden am Theresianum im Stundenplan des Schultages vermehrt Doppelstunden eingerichtet.

Weniger Einzelstunden bedeuten auch weniger Fächer am Tag, gezieltere Vorbereitung und nicht zuletzt leichtere Schultaschen.

 

Schon seit vielen Jahren praktizieren wir am Theresianum frühes Fremd­sprachen­lernen und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Der vorgezogene Einstieg entlastet das Lernen in der Mittel­stufe.

Der gleichzeitige Beginn mit einer gesprochenen und einer nicht gesprochenen Fremdsprache (Englisch plus Latein) hat sich durch die gegenseitige Ergänzung bewährt und fällt den Kindern in der Regel nicht schwer. Die Fach­lehrerinnen und Fachlehrer arbeiten in den Jahr­gangs­teams eng zusammen, um die Lernprozesse abzustimmen.

 

Wenn es mit dem selbst­ständigen und organisierten Lernen noch nicht so gut klappt, unter­stützt das Tutorensystem durch gezieltes Coaching die individuelle Förderung.

Tutorinnen und Tutoren begleiten "ihre Kinder" über mehrere Jahre. Sie kennen ihre Stärken und Schwächen und begleiten sie auf der Suche ihres eigenen Lernweges. Vertrauen und Zutrauen spielen in einer stabilen Lernpartnerschaft eine entscheidende Rolle für schulischen Erfolg.

Bei den Tutorinnen und Tutoren laufen viele Informationen zusammen, womit sie auch für die Eltern zu wichtigen Ansprechpersonen werden.

 

Während der Studierzeit am Morgen bzw. am Mittag werden in vielen Fächern Stützpunkte von verschiedenen Fach­lehrerinnen und -lehrern angeboten. Hier kann jahrgangsübergreifend gelernt und geholfen werden, Kinder und Jugendliche finden sowohl Unterstützung als auch besondere Heraus­forderungen. Bei Bedarf laden wir einzelnen Schülerinnen und Schüler zu gezielten Kompetenztrainings in die Fachstützpunkte ein.